Ich werde Selbstständig! – Teil 2: Erste Schritte

Von am 24. August 2011 | 2 Kommentare »

Ich werde Selbstständig mit High on Business

 

Es ist soweit. Du willst dich selbstständig machen. Du wirst deine eigenes Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Du willst viele Kunden die du bequem nach Stunden abrechnen kannst. Du hast plötzlich die Wahl wo, wann und wie du arbeitest. Aber wo sollst du nur anfangen? Die beste Option ist es wohl erstmal zu prüfen in welchem Ausmaß man sein Unternehmen betreiben möchte. Grundsätzlich gibt es da folgende Möglichkeiten:

www.xeer.eu, Weil Buchhaltung einfach sein sollte

 

Vollzeit Angestellt

Vielen bereitet der Gedanke an die Selbstständigkeit oft ein flaues Gefühl. Was wenn die Kunden ausbleiben? Was wenn mir das Geld ausgeht? Das sind alles berechtigte Fragen denen wir uns in späteren Episoden intensiver widmen werden. Diesen Fragen kann man aber auch sehr leicht aus dem Weg gehen, indem man einfach Vollzeit bei einer Firma angestellt bleibt und nebenbei in der Freizeit, nicht am Arbeitsplatz, sein eigenens Unternehmen betreibt.

Das macht besonders dann Sinn, wenn die derzeitigen Lebenskosten sehr hoch sind und man zu Beginn einfach nicht auf Auto etc. verzichten möchte. Ein zweiter Punkt ist die Sammlung von Erfahrung. Sich einfach selbstständig machen reicht oft nicht. Man muss auch die Expertise mitbringen.

Die negative Seite liegt klar auf der Hand: Das ganze ist sehr zeitraubend. Wenn man 40 Stunden angestellt ist, und nebenbei ein eigenes Unternehmen gründen und führen möchte, kostet das Freizeit und Energie. Ein weiterer Nachteil könnte, je nach Branche, sein, dass manche Kunden nicht gern außerhalb der regulären Geschäftszeiten kommunizieren. Diese Problem könnte sich aber je nach Branche gar nicht stellen.

Ich selbst habe auch neben einer Vollzeitanstellung angefangen mich Selbstständig zu machen. Die Zeit war hart und viel Freizeit bliebt nicht übrig. Aber das war es mir wert, weil ich wusste, dass nach ein paar Monaten Stunden reduzieren kann weil mein eigenes Unternehmen an Fahrtwind gewinnen wird.

Teilzeit Angestellt

Teilzeit angestellt zu bleiben bietet eine sehr gute Startposition in die Selbstständigkeit. Man hat weiterhin die Sicherheit eines ausreichenden Gehalts und nebenbei Zeit sein Unternehmen ins Rollen zu bringen. So könnte man 3 Tage die Woche als Angestellter arbeiten und 3 Tage für die eigene Firma aufbringen. Man kommt mit der eigenen Firma sogar noch locker auf ca. 30 Stunden die Woche.

Allerdings gibt es auch hier einen Nachteil: Man gewöhnt sich sehr leicht an diese Situation und manche neigen dann dazu das eigenen Unternehmen nicht mit dem nötigen Ernst voranzutreiben. Hier muss ein großes Maß an Zielstrebigkeit vorhanden sein um nicht der Faulenzerei zum Opfer zu fallen!

Vollzeit Selbstständig

Der heilige Grahl! Vollzeit Selbstständig. Diese Möglichkeit bietet absolut freie Zeiteinteilung und somit genug Ressourcen um sich ganz seiner Unternehmensidee zu widmen. Auch die Kunden sind zufrieden, weil der Unternehmer zu den Geschäftszeiten erreichbar ist. Auch ein wenig mehr Freizeit könnte unter Umständen abfallen.

Der größte Nachteil ist hier ganz klar das finanzielle Risiko. Wer viele Ausgaben und finanzielle Verantwortung hat sollte sich für eine der ersten beiden Möglichkeiten entscheiden. Natürlich kann man sich aber auch auf sein angespartes Sicherheitspolster verlassen. Eine weitere Gefahr könnte der Kulturschock sein dem man plötzlich ausgeliefert ist. Manche können mit der Macht der freien Zeiteinteilung nicht richtig umgehen und verlieren sich dann in zeitverschwendenden Tätigkeiten. Wie man dieser Gefahr aus dem Weg geht, werden wir ebenfalls in einer zukünftigen Episode zeigen.

Individuelle Situation

Grundsätzlich hängt das ganze von der individuellen Situation ab. Wie groß ist mein Sparpolster? Kann ich meine Ausgaben decken? Was ist mit Frau und Kindern? Wenn das Risiko zu groß ist, einfach in dem Ausmaß angestellt bleiben wie es nötig ist. Es muss nicht immer ein Kredit von der Bank sein um sein Unternehmen finanzieren zu können.

Ich habe selbst in einer Vollzeitanstellung begonnen, habe dann nach ein paar Monaten auf Vollzeit-Selbstständig gewechselt. Ich habe auch alle oben erwähnten Gefahren wie Faulenzen und falsche Zeiteinteilung durchgemacht. Es war viel Arbeit alles in den Griff zu bekommen. Dennoch würde ich es wieder genauso tun. Denn ich bin “high on business” und tu mir sehr schwer mich wieder in einer Vollzeitanstellung zu sehen.

Wenn du dich genauso fühlst oder Fragen zu dem Thema hast, schreib einen Kommentar! Das gleiche gilt auch, wenn du Vorschläge für zukünftige Episoden von “Ich werde Selbstständig” hast. Immer her mit den Ideen!

Fortsetzung folgt

Das nächste Mal werfen wir einen Blick auf die eigene Marke

Update 24.8.11:

Edmund Haselwanter empfiehlt noch einen weiteren Weg in seinem Kommentar. Das Unternehmensgründungsprogramm (UGP) des AMS.

 

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Kategorie: SelbstständigStartup

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Über Jürgen Brüder

Jürgen Brüder ist ein Unternehmer und Web Entwickler aus Graz, Österreich. Er liebt es Ideen in erfolgreiche Geschäftsmodelle zu verwandeln und ist gerade deswegen ein begeisterter Unternehmer. Mehr über Jürgen Brüder

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2 Kommentare

  1. Es gibt noch einen Mittelweg. Das UGP https://gruendungsforum.at/index.php?id=3 wo man bis zu 6 Monate durch das AMS gefördert wird

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