Warum Lean Startups rocken

Von am 28. Juni 2011 | 3 Kommentare »

Lean Startups sind in aller Munde. Besonders in den letzten Jahren bekommt diese Form der Unternehmensführung auch im europäischen Raum immer mehr Zuspruch. Lean Startup heißt soviel wie “minimalistisches” Startup und wurde als Begriff zum ersten Mal von Eric Ries im Jahr 2008 verwendet.

Was ist ein Lean Startup eigentlich ?

Unter einem Lean Startup versteht man eine Form von effizientem Führen/Gründen von Unternehmen. Dabei dreht sich alles darum möglichst alle Tätigkeiten auf eine frühestmögliche Generierung von tatsächlichen Wert für den Kunden zu konzentrieren. Bevor man also daran denkt, seine Geschäftsidee in ein Produkt umzusetzen, sollte man sich diese vorher von potentiellen Kunden bestätigen lassen. Genauso sollte man an seinem Produkt nicht im stillen Kämmerlein arbeiten, sondern die Kunden direkt mit einbeziehen.

Baue nichts was niemand braucht

Und da sind wir schon beim ersten Punkt. Zu viele Unternehmer haben “die Idee” und fangen sofort an diese versteckt vor aller Welt zu entwickeln. Besonders bei Software kommt das oft vor. Das geht aber sehr oft in die Hose, denn ohne Recherche oder Input von potentiellen Kunden muss man sich nicht wundern, wenn niemand auf das neue Produkt auf der Webseite klickt.

Viele Technologie-Start-Ups schlagen nicht fehl weil ihre Lösungen schlecht funktionieren, sondern weil es keinen Markt für ihre Lösungen gibt.
- Eric Ries

Beim Lean Startup soll man potentielle Kunden schon vom Start weg einbinden. Man macht sich erstmal Gedanken darüber wer den dieser Kunden sein könnte und versucht sich dann mit ihm über die Idee zu unterhalten. Wenn man bei den meisten Kunden auf taube Ohren stößt, sollte man sich eine neue Idee überlegen. Konstruktives Feedback sollte man sich sehr zu Herzen nehmen.

Business Pläne sind nicht in Stein gemeißelt

Ein zweiter wichtiger Punkt bei einem Lean Startup ist die Agilität. Sich schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen ist gerade dann wichtig, wenn man bemerkt, dass die Zielgruppe eigentlich doch ganz was anderes braucht als man sich ursprünglich gedacht hat. Gerade dann darf man nicht auf seinen Business Plan pochen und weiter in die falsche Richtung steuern.

Man muss bereit sein, seine gesamte Geschäftsidee im hohen Bogen für eine andere über Board zu werfen. Nämlich für die Idee, die der Kunde auch haben möchte. Business Pläne sind Traumschlösser, sie sind “was wäre wenn” Dokumente. Nur weil man es aufschreibt, stimmt es noch lange nicht.

Der kleinste gemeinsame Nenner

Um also möglichst schnell auf Feedback reagieren zu können, sollte man sein initiales Produkt möglichst einfach gestalten und dann Schritt für Schritt weiter in Richtung Kundenfeedback entwickeln. Das initiale Produkt sollte erstmals nur die notwendigsten Bedürfnisse der Kunden befriedigen.

Man spricht hier vom Minimal Viable Product (MVP). Ein MVP eignet sich bestens für ein schnelles antesten am Markt. Gerade bei Software macht dieses Modell besonders Sinn.

Vorteile

Die Vorteile liegen ganz klar beim “fail fast, fail cheap” Prinzip. Bevor man Monate oder sogar Jahre für eine Rohrkrepierer verschwendet, sollte man sich auf Geschäftsmodelle konzentrieren, die wirklich Erfolg versprechen. Das sind eben diese, die von Kunden auch gekauft werden.

Wie sieht das bei euch aus ?

Ich persönlich bin ebenfalls Anhänger des Konzepts und versuche bei meinem neuen Startup Xeer möglichst viel davon zu nutzen.

Natürlich ist mit klar, das viele der Methoden besonders gut auf Software- bzw. Webunternehmen anwendbar sind und auf andere Geschäftsmodelle nicht so gut passen. Dennoch werde ich versuchen in diesem Blog in Zukunft mehr von meinem Erfahrungen mit meinem “Lean Startup” mit euch zu teilen.

Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema ?
Setzt ihr auf Lean Startups ?

 

Mehr zum Thema:

Eric Ries “The Lean Startup” Blogpost
Eric Ries “The Lean Startup” Präsentation

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Kategorie: Startup

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Über Jürgen Brüder

Jürgen Brüder ist ein Unternehmer und Web Entwickler aus Graz, Österreich. Er liebt es Ideen in erfolgreiche Geschäftsmodelle zu verwandeln und ist gerade deswegen ein begeisterter Unternehmer. Mehr über Jürgen Brüder

» hat 15 Beiträge verfasst

3 Kommentare

  1. Hallo Jürgen

    ich habe mit Interesse Deinen Blog gesehen,
    hast Du die Methode Lean Startup auch schon in großen alten Firmen angewendet?
    wir tun dies z.B. gerade in Slowenien…

    Bietest Du Dein Service bezüglich Lean Startups auch Unternehmern an?

    LG

    Günter Markowitz

    Companyangels

    • Hallo Günter,

      Aus meiner Erfahrung ist es durchaus möglich “Lean” in großen Firmen anzuwenden.
      Natürlich muss hier immer beachten in welchem Bereich des Unternehmens es überhaupt Sinn macht.
      Man sollte auch im Kopf behalten, dass “Lean” in großen Firmen nicht von Heute auf Morgen eingeführt werden kann.
      Philosophieänderungen in großen Firmen brauchen ihre Zeit.

      Und ja, ich habe bereits einige Unternehmen im Bereich “Lean” beruflich beraten.

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